Etatismus


Etatismus
Etatịsmus
 
[französisch, zu état »Staat«] der, -, im kritischen Sinne gebrauchte Bezeichnung für Bestrebungen, die Verwaltung des Staates und ihre Kompetenz auf Kosten der eigenständigen Bereiche von Gesellschaft und Wirtschaft auszudehnen. In diesem Sinne um 1880 in Frankreich entstanden, erstreckt sich der Begriff darüber hinaus heute auch auf die Tendenz, die individuelle Rechtssphäre zugunsten des staatlichen Machtbereichs einzuengen. Er zielt - besonders in Bundesstaaten - auch auf die Erweiterung bundesstaatlicher Befugnisse (besonders auf wirtschafts- und finanzpolitischem Gebiet) gegenüber den Rechten der Gliedstaaten.

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Eta|tịs|mus, der; - [frz. étatisme] (Politik): 1. nur bestimmte Industriezweige erfassende, gemäßigte Form der staatlichen Planwirtschaft. 2. ausschließlich am Staatsinteresse orientierte Denkweise. 3. (schweiz.) Stärkung der Zentralgewalt des Bundes gegenüber den Kantonen.

Universal-Lexikon. 2012.

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